Kameraprofile erstellen mit dem Colorchecker Pocket
Wie schon im letzten Post angekündigt möchte ich Euch heute zeigen wie man mit dem Colorchecker Passport von X-Rite Kameraprofile erstellt.
Weitere Informationen sowie Trainings zum Colorchecker findet Ihr auch hier:
http://www.xrite.com/product_overview.aspx?ID=1257
Dem Colorchecker Passport liegt eine Software bei mit der sich auch innerhalb von Lightroom Profile erstellen lassen. Diese muss natürlich auch installiert werden und die Aufnahme vom Farbchart muss richtig belichtet sein.
Im Filmstreifen wird die Aufnahme mit dem Chart markiert und im Entwickeln Menü der Weißabgleich gesetzt. Das neutralgraue Feld befindet sich in er unteren Reihe (das dritte von links). Im oberen Teil vom Colorchecker finden sich noch weitere Felder für den Weißabgleich mit wärmeren und kühleren Farben die je nach Jahres- oder Tageszeit eventuell die bessere Wahl sind.
In meinem Fall habe ich das neutralgraue Feld gewählt und mit der Pipette den Weißabgleich gesetzt.
Danach wird die Datei exportiert:
und im nachfolgenden Fenster die Software unter “X-Rite Voreinstellungen” markiert. Unter “DNG-Profilname” wird dem Profil ein Name zugewiesen und mit einem Klick auf “exportieren” wird die Berechnung gestartet.
Der Vorgang dauert ca. 30 Sekunden und danach muss Lightroom neu gestartet werden damit sich das neue Profil in der Kamerakalibrierung aufrufen lässt.
Die Software hat nun alle 24 Messfelder im Farbton, Sättigung und in der Luminanz verglichen und korrigiert.
Allen weiteren Aufnahmen wo in dieser Situation erstellt wurden kann nun das Profil zugewiesen werden.
Eine weitere Möglichkeit die Farben zu verändern:
Mit dem kostenlosen Programm “DNG Profile Editor” von Adobe hat man die Möglichkeit die Farben in der Sättigung, Farbton und Luminanz zu verändern und kann dem Profil noch eine Gradationskurve zuweisen. Hier der Link zum download: “http://labs.adobe.com/wiki/index.php/DNG_Profiles”>
Rechts vom Farbkreis sind die 24 Farben aufgelistet welche sich nacheinander verändern lassen. Die Veränderung wird sofort im Vorher-Nachher Vergleich angezeigt. Wer z.B gerne eine entsättigte Haut hat kann hier bei den Farbfelder für die Häuttöne die Werte verändern. Für Landschaftsaufnahmen kann man sich ein Profil mit satten Farben erstellen usw.
Wer hier etwas Zeit investiert und damit experimentiert kann hinterher mit verschiedenen Profilen eine Menge Zeit bei der Entwicklung sparen.
Viel Spaß beim Profile erstellen.









1.06.2010 um 12:27
danke für diesen tipp! interessant ist auch der preis. für ein großen mehr an farbverlässlichkeit sind 80-100 euronen echt okay!
lg
thomas
5.06.2010 um 20:55
Danke für die Erklärung.
Mich würde aber mal interessieren wieviel das Kamera-Profil tatsächlich bringt. Klar, bei Produktfoto’s sind die Farben extrem wichtig, aber was bringt das bei einem normalen Portait Shooting?
Sind die Haut/Augen/Haar-Töne wirklich so viel besser das sich der Aufwand mit dem Profil tatsächlich lohnt?
Ich möchte ja auch gar nicht immer neutrale Bilder. Manchmal benutze ich ja auch bewußt eine falsche Farbtemeratur. Oder ich mache Outdoor-Bilder bei dem ich den goldenen Sonnenschein auch in den Bildern sehen möchte. Das würde mit dieser Vorgehensweise dann ja wohl nicht funktionieren.
Oder?
lg
pero
5.06.2010 um 21:29
@Petro
wie es aussehen kann siehst Du hier:
http://www.lightroom-blog.de/2010/05/13/weisabgleich-mein-workflow/
Auch lassen sich Profile erstellen mit Effekten….z.B entsättigte Haut, starke Naturfarben etc….
Klar geht auch alles in Lightroom mit den Schiebereglern. Doch das kostet auch immer Zeit.
Von daher finde ich diese Kombination perfekt. 1 Klick und fertig.
LG Matthias
17.08.2010 um 04:06
Wirklich ein sehr interessanter Bericht!
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe kann man mit dieser Farbtafel ein Kameraprofil erstellen. Wird dieses dann in Photoshop eingebunden?
Sehe ich das richtig, dass man dies eigentlich nur einmal macht und danach die Tafel als Graukarte verwendet?
Und lässt sich der jeweils vor Ort erstellte Weissabgleich dann für mehrere Bilder verwenden und falls ja mit welchem Programm, bzw braucht man zwangsläufig Lightroom oder geht das auch mit dem dng-raw Konverter/Photoshop?
Vielen Dank schon mal.
LG Sven
17.08.2010 um 10:54
Hallo,
dieses erstellte Profil wird in Deinen RAW-Konverter von Photoshop sowie Lightroom eingebunden. Man kann das erstellte Profil dann sozusagen in seinem kompletten RAW Workflow nutzen (ob Photoshop, Lightroom, ob RAW, DNG).
Prinzipiell kann man sich ein Profil erstellen und dieses immer und immer wieder verwenden und den Colorchecker lediglich als Weissbagleichskarte (nicht Graukarte!) verwenden. Wobei der Hersteller aber empfiehlt sich von jeder Licht- bzw. Aufnahmesituation immer wieder ein eigenes Profil zu erstellen. Ich persönlich verwende allerdings auch nur ein allgemeines Profil, weil in meinen Augen die Profile aus verschiedenen Lichtsituationen so marginal sind, das sich der Aufwand für mich nicht lohnt.
Den Weißabgleich allerdings passe ich jeder Lichtsituation neu an! Nehmen wir z.B. ein Outdoor-Shooting: hier nehme ich bei jedem “Ortswechsel” zu beginn erstmal ein Bild meiner Weißabgleichskarte bzw. dem Colorchecker auf, um für diese Reihe von Bildern einen ordentlichen Weißabgleich zu haben. Natürlich auch nur wenn es die Zeit zulässt … bei einer Hochzeit z.B. kann ich ja nicht vor jeder 3. Aufnahme die Braut fragen ob sie mal eben meinen Colorchecker halten würde … ;o)
Ich hoffe die Fragen sind damit beantwortet!? Wenn nicht – weiter Fragen!!!
Gruss, Micha …
17.08.2010 um 11:59
Hallo Micha:)
vielen Dank für Deine ausführliche Anwort!
Was mich jetzt noch sehr interessiert ist die Frage, wie stark sich die Farb- und Tonwertabweichung beim neuerstellten Kameraprofil in Deinem Fall ausgefallen sind.
Konnte man mit bloßem Auge deutliche oder sogar starke Unterschiede ausmachen? Natürlich im Vergleich eines richtigen Weissabgleiches.
LG Sven
17.08.2010 um 12:41
Hallo,
daher habe ich geschrieben: für meinen Geschmack sind diese Unterschiede so marginal das sich jeweils ein Profil für jede erdenkliche Licht- und Aufnahmesituation nicht lohnt … aber wie gesagt – das ist meine persönliche Meinung. Denke ich an Fotografenkollegen, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt haben, war deren Meinung ähnlich. Allem voran Matthias – der diesen Artikel hier ja auch verfasst hat. Ich habe auch einfach mal 3 Aufnahmen – direkt nacheinander – von ein und derselben Lichtsituation erstellt. Selbst da gab es marginale Unterschiede!?!
Ich verwende 1 Profil und passe meinen Weißabgleich den jeweiligen Aufnahmesituationen an. Das ist mein Workflow.
Gruss, Micha …
17.08.2010 um 13:50
Hi Micha:)
wahrscheinlich habe ich mich umständlich ausgedrückt. Ich meinte den Vergleich Motiv (mit korrekten Weißabgleich) einmal ohne Kameraprofil und einmal mit Kameraprofil.
Mir ist bewußt dass durch die Serienstreuung der Sensorchips Farbabweichungen auftreten, die beim einen mehr und beim anderen weniger stark ausfallen. Trotzdem würde es mich interessieren wie stark die Farbabweichung (am Besten unter Studiolicht) bei Deiner Kamera ist.
“Ich habe auch einfach mal 3 Aufnahmen – direkt nacheinander – von ein und derselben Lichtsituation erstellt. Selbst da gab es marginale Unterschiede!?!”
Das ist auch sehr interessant.
Wenn es tatsächlich das gleiche Licht war (zb. Blitzlicht im Studio, keine verfälschenden sich ändernde Reflektionen) dann müßte keine sichtbaren Farbabweichungen auftreten. Entweder würde es am Fotoship liegen, was ich mir bei drei aufeinander folgenden Fotos nicht vorstellen kann oder es müßte sich um Messfehler handeln.
Ich könnte mir auch vorstellen dass es schon reicht wenn die Farbpalette in einem etwas anderen Winkel gehalten wird.
Naja, letztenendes würden mich klitzekleine Abweichungen jetzt nicht großartig stören eher die Möglichkeit das mein Sensor von Haus aus erhebliche Fehler in der Farb und Tonwertaufnahme hat.
Bei Fernsehern in Geschäften sind diese Streuungen ja z.T. mehr als deutlich. Wenn ich davon ausgehe, dass dies bei Sensorchips genauso stark ist würde sich eine Kameraprofilierung in meinen Augen auf jeden Fall lohnen.
LG Sven
17.08.2010 um 14:24
Hallo,
sehr interessante Fragen und Anmerkungen zu dem Thema … da Bilder mehr als tausend Worte sagen meiner Meinung nach, gib mir die Zeit für einen weiterführenden Blogeintrag. Ich werde dort verschiedene Profile erstellen, vergleichen, vorher-nachher und und und … dann denke ich mal kann jeder Leser für sich selber entscheiden wieviel Profile er sich und seinem Workflow zumuten möchte … ;o)
Gruss, Micha …
1.02.2011 um 23:24
[...] Pocket, der normalerweise dafür dient Kameraprofile zu erstellen. Matthias hat da seinerzeit einen tollen Beitrag zu [...]
18.05.2011 um 08:03
[...] Vorgehen wie man sich ein Kameraprofil erstellt, hat Matthias im Artikel “Kameraprofile erstellen mit dem Colorchecker Pocket” bereits beschrieben, das soll hier nicht Thema sein. Hier soll es vielmehr darum gehen, was [...]
24.05.2011 um 15:02
Hallo,
in der obigen vorgehensweise wird beschrieben das vor der Erstellung des Profils mit Lightroom – also nach dem importieren des Bildes in Lightroom – ein Weissabgleich anhand des Colorcheckers vorgenommen werden soll und danach das neue Kameraprofil mit Lightroom erstellt werden soll. Aendert dieser Weissabgleich das Kameraprofil oder kann ich mir den Weissabgleich genauso sparen und den dann wie ueblich bei den jeweiligen Bildern machen, in dem ich das Profil verwende?
Gruss, Torbo
24.05.2011 um 18:35
Hallo Torbo,
der Weißabgleich muss nicht zwingend vor der Erstellung des Profils gemacht werden. Die X-Rite Software macht das von ganz alleine.
Die Frage zielt aber wahrscheinlich auch in die Richtung: brauch ich für unterschiedliche Fabrtemperaturen unterschiedliche Profile? Ein ganz klares JEIN. Ich habe ein Profil für Alles. Abfotografieren des Colorcheckers in unterschiedlichen Lichtsituationen sind vorhanden aber meiner Meinung nach so marginal, das ich auf unterschiedliche Profile verzichte. Der Hersteller allerdings empfiehlt die Erstellung von verschiedenen Profilen.
Gruss, Micha …
6.04.2012 um 19:37
warum ist denn mein Kommentar von letzter Woche verschwunden?
12.04.2012 um 14:50
Hallo Enrico,
den einzigen Kommentar den ich hier von Dir habe ist Deine Frage warum Dein Kommentar gelöscht wurde. Sorry, aber kann Dir nicht sagen warum der verschwunden ist!?
Gruss, Micha …