Workflow mit Smart Sammlungen

17.11.2010 Gepostet in Lightroom

Mal wieder ein Gastbeitrag von Christian Öser. Viel Spaß beim Lesen!

Mit freundlicher Genehmigung von John Beardsworth möchte ich euch eine elegante Nutzung von Smart Sammlungen vorstellen. Es handelt sich hierbei um eine teilweise Übersetzung aus dem Blog des englischen Fotografen mit zusätzlichen Anmerkungen von mir. Der Link zum Original-Artikel: http://www.beardsworth.co.uk/lightroom/workflow-smart-collections/

Werfen wir zu Beginn einen Blick auf die Struktur der verschachtelten Smart Sammlungen, der Übersichtlichkeit halber dreigeteilt:

Sinn der ganzen Sache ist, während der Bearbeitung von größeren Fotosammlungen den Überblick darüber zu behalten, welche Fotos noch nicht alle gewünschten Metadaten und Bearbeitungen erhalten haben. So lässt sich beispielsweise sicherstellen, dass alle Bilder eine Copyright-Angabe beinhalten oder nirgendwo Stichwörter fehlen. Vor allem für Stock-Fotografen ist das eine extrem wichtige und nützliche Sache. Genauso lassen sich durch Smart Sammlungen Fotos gruppieren, die verschiedene ISO-Werte haben und deshalb andere Rauschunterdrückungswerte erhalten sollen. Man lässt also den Katalog für sich arbeiten und erhält dadurch maximale Qualitätskontrolle.

Nun aber zum eigentlichen Aufbau der verschachtelten Sammlungssätze:

  • 0 .. Overview
  • 1 .. Metadata entry – Current
  • 2 .. Edited – Current
  • 3 .. Adjustments – Current
  • 4 .. Style – Current
  • 5  .. Final Review

Ausgangspunkt ist die Sammlung „0.00 Current work“ (die Zahlen sorgen für die Sortierung), in die ein aktuell zu überprüfendes Fotoprojekt gezogen wird, beispielsweise eine Hochzeit oder das letzte Fashion-Shooting.  Alle anderen Smart Sammlungen beziehen sich von nun an auf diese Sammlung, was sich mit dem folgenden Eintrag in jeder Bedingung bewerkstelligen lässt:

Das bedeutet also, dass die Smart Sammlung zuerst schaut, ob es sich um Bilder in der Sammlung „0.00 Current work“ handelt, gefolgt von einer spezifischen Bedingung – in diesem Fall, ob das Bild ausgewählt wurde (geflaggt). Anderes Beispiel: Mit „0.23 Delete – Reject Flag“ lassen sich am Ende eines Bearbeitungszyklus nochmals schnell alle zuvor mit der Taste X abgelehnten Bilder begutachten, ob nicht vielleicht doch einer der Löschkandidaten behalten werden soll.

Leider nur minimal anwenden lässt sich die Technik auf die einzelnen Bearbeitungsmöglichkeiten im Entwickeln-Modul. Anders als in Aperture 2 kann Lightroom nicht identifizieren, ob ein Bild mit einem ISO-Wert von 1600 einen bestimmten Rauschunterdrückungswert erhalten hat oder nicht. Mit etwas Umdenken lässt sich dieses Szenario aber lösen, indem per Smart Sammlung nur der ISO-Wert abgefragt wird und am Ende die Bilder per Synchronisation eine gemeinsame Behandlung erhalten.

Ist ein Fotoprojekt komplett abgearbeitet, entfernt man aus der Ursprungssammlung „Current work“ einfach alle Fotos wieder und fügt die des neuen Projekts hinzu. Die Smart Sammlung aktualisiert sich daraufhin automatisch und man sieht wieder sofort, welche Bilder noch Aufmerksamkeit benötigen.

Das Grundprinzip sollte somit leicht verständlich sein, damit jeder Anwender seinen persönlichen Smart-Sammlungs-Workflow erstellen oder den vorhandenen anpassen kann. John Beardsworth hat dankenswerterweise seine Struktur zum Download zur Verfügung gestellt.

Klasse Beitrag. Werde ich auf jeden Fall mal testen, ob sich das nicht auch für meinen Workflow verwenden lässt!? Danke Christian!

Noch Fragen? Fragen!

Viele Grüße,

Micha …

4 Kommentare zu “Workflow mit Smart Sammlungen”

  1. Linktipps am Mittwoch | PictureSun schreibt:

    [...] -Auf dem Lightroomblog gibts ein Workflow Tutorial über Smart-                                               Sammlungen:                                                                                                      http://www.lightroom-blog.de/2010/11/17/workflow-mit-smart-sammlungen/ [...]


  2. Jean Michel schreibt:

    Geil! Das hat meinen Workflow um einiges einfacher gemacht :)
    Danke für diesen wertvollen Tipp!


  3. Benjamin schreibt:

    Hm, sehr interessant.
    Bin da bisher immer anders vorgegangen und hab mich mit Bildmarkierungen und -bewertungen durchgeschlagen. Was eigentlich auch gut geklappt hat.
    Aber ich sollte das mal so versuchen.

    Danke.


  4. 12 Beispiele für sinnvolle Smart Sammlungen | lightroom-blog.de schreibt:

    [...] eine Qualitätskontrolle seiner Shootings durchführt. Wer den Beitrag noch nicht kennt, kann ihn hier [...]


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