Panorama mit Lightroom vorbereiten

10.12.2010 Gepostet in Allgemein, Lightroom

Hallo zusammen,

diesmal sehen wir uns an, wie Lightroom uns bei der Erstellung eines Panoramas unterstützen kann. Lightroom selbst kann zwar keine Einzelbilder zusammensetzen, ist dafür aber bei der Aufbereitung der Fotos eine immense Hilfe. Dabei werden wir sehen, dass man trotz Auto-Synchronisation dennoch auf eine Fehlerquelle aufpassen muss.

Sehen wir uns zu Beginn gleich das fertige Ergebnis an, zusammengesetzt aus neun Bildern im Hochformat.

Nun aber der Workflow vom Import an. Nachdem ich alle Bilder eines Shootings – in diesem Fall rund 300 Bilder einer Rom-Reise – im Katalog habe, gehe ich in einem ersten Schritt grob durch die Masse und markiere die Panorama-Einzelbilder mit der Farbe Rot (Taste 6). Wann immer ich Zeit finde folgt dann die Bearbeitung. Der Übersichtlichkeit halber habe ich für dieses Beispiel die zusammengehörenden Fotos zusätzlich noch einer Schnellsammlung zugewiesen (Taste B), damit keine anderen Bilder ablenken.

Bei mehreren Bildern stellt sich immer die Frage, welches Foto man als Master nimmt und dessen Bearbeitung auf die restlichen überträgt. Ich nehme eigentlich immer ein Foto, das den ungefähren Mittelpunkt des Panoramas darstellt, da hier natürlich der Hauptfokus des Betrachters liegt.

Wichtig ist nun, alle Bilder zu markieren (Strg/Cmd-A) und “Automatisch synchronisieren” zu aktivieren. Dazu klickt man mit gehaltener Strg/Cmd-Taste auf den “Synchronisieren”-Button (Lightroom 2 und 3) beziehungsweise alternativ auf den Kippschalter (nur Lightroom 3). Dadurch ist gewährleistet, dass alle ab jetzt vorgenommenen Änderungen auf alle markierten Fotos übertragen werden. Dies ist wichtig, um später bei der Zusammenrechnung der Bilder keine sichtbaren Übergängen zu produzieren.

So, neben einer allgemeinen Bearbeitung von Weißabgleich, Belichtung, Kontrast, Klarheit und Dynamik habe ich zusätzlich auch die ab Lightroom 3 hinzugekommene Objektivkorrektur aktiviert. Dabei schwäche ich die Vignettierungskorrektur generell immer auf den Wert 50 ab, da mir die volle Stärke unnatürlich helle Ecken fabriziert.

Als nächstes stört mich der zu helle Himmel und gleichzeitig der zu dunkle Vordergrund. Dafür nehme ich einfach zwei Verlaufsfilter, die jeweils die Belichtung etwas anheben und absenken.

ACHTUNG: Hier ist die besagte Fehlerquelle, auf die man achten sollte! Lightroom synchronisiert leider die Verlaufsfilter, Pinsel und Bereichsreparatur nicht automatisch, obwohl die Option gesetzt ist. Soll heißen, nach einer derartigen Korrektur muss die Synchronisation manuell erfolgen. Das geht aber recht schnell, indem man entweder sofort oder am Ende aller Bearbeitungsschritte wieder auf den “Automatisch synchronisieren”-Button klickt. Den nun wieder im Ursprungszustand befindlichen “Synchronisieren”-Button nochmals anklicken und nur “Verlaufsfilter” anhaken oder alle Häkchen setzen. Das ist beim Panorama egal, da sowieso alle Bilder die selben Einstellungen bekommen sollen.

Abschließend habe ich noch den Himmel etwas stärker betont, indem ich im Blau die Sättigung erhöht und die Luminanz verringert habe. Jetzt geht es schon an das Zusammensetzen der Bilder, in diesem Fall ganz einfach mit Photoshop. Dazu einfach in der Rasteransicht (alle Bilder sind noch markiert) auf ein beliebiges Foto einen Rechtsklick ausführen und “Bearbeiten in – In Photoshop zu Panoramabild zusammenfügen …” wählen. Nach einigen Sekunden erscheint in Photoshop der “Photomerge”-Dialog, den man ungefragt mit OK bestätigen kann. Nach dem Zusammenrechnen der Bilder habe ich abschließend den Beschnitt verändert und letzte Farb- und Kontrastanpassungen durchgeführt.

Fragen dazu werden gerne entgegengenommen!

Viele Grüße,
Christian

5 Kommentare zu “Panorama mit Lightroom vorbereiten”

  1. Knut schreibt:

    Hi. Schöner Artikel. Was ist der Vorteil, wenn ich die Bearbeitung VORHER mache? Kann ich das Panorama nicht erst zusammensetzen u. dann das fertige Panorama korrigieren? Dafür dann gbf. Punktuell?!

    Gruß
    Knut


  2. Hubert Klöser schreibt:

    Hallo,

    ein guter und verständlicher Artikel. Dazu eine Frage: Besteht nicht die Gefahr, dass wenn ich beim automatisch synchronisieren die Belichtung auf ein Bild ausrichte, mir die anderen Bilder in den hellen oder dunklen Partien absaufen?

    Ich berichtige die Belichtung erst im Nachgang an dem Panorama, da ich dort besseren Einfluss auf den Gesamteindruck nehmen kann. Ansonsten verfahre ich aber ähnlich wie oben beschrieben (Weißabgleich, Schärfe etc.)

    Gruß
    Hubert


  3. Christian Öser schreibt:

    Hallo Knut und Hubert,

    danke für eure Rückmeldung!

    @Knut: Du kannst prinzipiell natürlich auch erst das Panorama zusammensetzen und dann die komplette Bearbeitung machen. Der große Nachteil dabei ist, das du dann nicht mehr das RAW-Format als Grundlage hast und z.B. auf die automatische Objektivkorrektur verzichten musst. Wenn du trotzdem so vorgehen willst, solltest du zumindest die Einzelbilder als 16 Bit TIFF an Photoshop übergeben.

    @Hubert: Das ist richtig. Was ich im Artikel nicht erwähne ist, dass ich vor dem finalen Übergeben an Photoshop nochmals alle Bilder durchsehe und auf eben solche Ausreißer achte. Gibt es dabei in ein oder mehreren Bildern große Probleme, wird das natürlich wieder global für alle Bilder zurück korrigiert. Und wie du schon sagst, in Photoshop kann man ja immer noch nachbessern. ;)

    Viele Grüße,
    Christian


  4. Michael Weiß schreibt:

    Danke für den Tipp !
    Fast so mache ich das auch … bis auf den Verlauf … diese Korrektur habe ich meist interher gemacht.

    Nach dem Fertigstellen des Panaorames bekommt es noch das Stichwort Panorama ==> Sie auch Tipps zu Smartsammlungen ;-)
    Desweiteren staple ich die Ursprungsbilder ‘hinter’ das Panorama, so ist in der Auswahl nur noch das Panaorama sichtbar, und die ‘Quelldateien’ habe ich immer parat.

    Grüßle aus Baden

    Michael


  5. Markus schreibt:

    Hallo Christian,

    gut beschrieben doch ich empfehle IMMER vorher die Optimierung in Lightroom denn der Export von Tiff-Dateien ergibt riesige Einzeldateien, die spätestens ab ca. 5-7 Fotos eine “knackige” PC-Hardware voraussetzen zum Mergen (Zusammenfügen). Praktisch alle anderen Export-Dateiformate bringen einen Qualitätsverlust mit. (nicht immer relevant je nach Ansprüchen)

    kleine Frage noch zu LR und Photoshop Elements 11 (PSE):
    in PSE11 gibt es den in Deinem Artikel gezeigten Merge-Dialog, doch in Lightroom wird nur “Photoshop-Merge” angeboten; von PSE nur der normale Editor.
    LR und PSE scheinen nicht ganz zusammenzupassen oder hast Du vielleicht noch einen Tip wie von LR das Photomerge in PSE direkt gestartet werden kann ?

    Ciao,
    Markus


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