Die Rauschreduzierung

26.01.2011 Gepostet in Beta, Lightroom

Hallo zusammen,

aufgrund der tollen Resonanz bei dem Thema “Schärfen” habe ich mir gedacht wir schauen uns gleich mal das nächste Werkzeug im ‘Details’ Panel an – die Rauschreduzierung. Bevor wir uns den Einstellungen widmen – was ist denn überhaupt “Rauschen”!?

Mit Bildrauschen bezeichnet man fehlerhafte Pixel in einem Bild. Technischer Ausflug: mit der ISO Einstellung bestimmt man die Ladungshöhe eines Sensors oder verständlicher gesagt die Empfindlichkeit. Erhöht man die ISO Zahl an seiner Kamera, so erhöht man die Emfindlichkeit des Kamerasensors. Dies hat allerdings zur Folge, das die Anzahl fehlerhafter Pixel im Bild in Form von “Farbklexen” bzw. “Helligkeitsunterschieden einzelner Pixel” steigt. Diese Farbklexe bezeichnet man als Farbrauschen, bei den Helligkeitsunterschieden einzelner Pixel spricht man vom Luminanzrauschen. So sind auch die Regler in Lightroom bezeichnet.

Mit Lightroom 3 haben wir ein tolles Werkzeug serienmäßig eingebaut, um Rauschen zu entfernen. Ich für meinen Teil greife seit Lightroom 3 auf keine externen Tools oder Plugins zurück um Rauschen aus meinen Bildern zu entfernen bzw. abzumildern. Schauen wir uns das ganze doch mal an: folgend der 100% Ausschnitt eines Bildes, welches ich mit ISO3200 mit meiner D700 aufgenommen habe. Das Rauschen ist aufgrund eines eingesetzten Systemblitzes grundsätzlich zwar nicht so stark, allerdings ist es erkennbar vorhanden …

Schaut man mal in die dunklen Bildbereiche, z.B. die Bäume im Hintergrund, so erkennt man die “Farbklexe” um die ich mich als erstes mit dem Farbregler kümmere. Ich erhöhe die Stärke so lang, bis ich eben keine Farbstörungen mehr erkenne. In diesem Fall kam ich auf den Wert von 40. Um gewünschte Details, die durch den Regler ‘Farbe’ verloren gehen könnten zu minimieren, spiele ich noch ein wenig mit dem Regler ‘Details’ (der ‘Details’ Regler unter dem Regler ‘Farbe’). In diesem Bild erkenne ich keine großen Unterschiede beim verstellen des Reglers, somit belasse ich Ihn auf “Standardeinstellung 50″ …

Gehen wir ans Luminanzrauschen. Auch hier wieder die gleiche Vorgehensweise: ersteinmal verändere ich den Regler ‘Luminanz’ bis ich einen “rauschfreien” Bildeindruck habe. Hier suche ich mir Bildbereiche, die in den Mitteltönen liegen – in diesem Bildbeispiel z.B. rechts in der Spiegelung des Fensters. Durch Verringerung des Luminanzrauschens können Details in Mitleidenschaft gezogen werden, dafür haben wir allerdings auch hier einen ‘Details’ Regler, mit dem wir ohne das Rauschen wieder zu verstärken, etwaig verlorene Details wiedergewinnen können. Hier habe ich z.B. auf die Haare geschaut, weil die Detailreich sind, den Wert erhöht bis ich dort wieder Details erkennen konnte. Der ‘Kontrast’ Regler brachte hier recht wenig Unterschied in den Ergebnissen, so beließ ich ihn auf 0. Als Anhaltspunkt: die beiden anderen Regler stehen jetzt auf 55 bei ‘Luminanz’ und 70 bei den ‘Details’ …

Zu guter letzt noch ein wenig (mit Vorsicht!) nachschärfen, und wir haben aus meiner Sicht ein tolles Ergebnis. Hier nochmal der vorher/nachher Vergleich …

Dann wünsche ich Euch wie immer viel Spaß beim Ausprobieren! Wenn man diverse Bilder seiner Kamera mal entrauscht hat, lassen sich bestimmte Werte für bestimmte ISO-Zahlen erkennen – diese lassen sich wiederum wunderbar als Preset speichern und auf zukünftige Aufnahmen anwenden. Es soll auch dazu animieren mal bewusst die ISO an der Kamera anzuheben – da kann man noch Einiges machen, mit diesen Bildern.

Fragen? Fragen!!!

Gruss, Micha …

3 Kommentare zu “Die Rauschreduzierung”

  1. Benjamin schreibt:

    Finde die Rauschreduzierung in LR ein tolles Werkzeug. Und wie man an deinem Beispiel erkennt kann man auch viel draus machen. Wobei man echt aufpassen muss, dass man es nicht übertreibt. Sonst kann das Ganze auch ganz schnell matschig wirken.

    Gruß Benjamin


  2. Franky schreibt:

    Danke für den tollen Beitrag Micha!

    Ich muss zugeben, die neue Rauschreduzierung in LR3 hat mich auch vom Hocker gehauen und einige alte RAW Bilder in der neuen Prozessversion und mit der neuen Rauschreduzierung erscheinen nun in ganz neuer Brillanz und Detailreichtum! Toll mal auch nen Blick auf die technische Seite!! LG Christof!


  3. Alex-K schreibt:

    Ich lasse den Farbregler meist bei 25-35, das lang auch oft bei ISO 3200.
    Den Luminanzregler benutze ich auch maximal bis 50, ansonsten werden mir die Flächen zu “glatt”.

    Bedenkt, was ihr mit den Bildern macht:
    Bei einer Ausgabe auf dem Bildschirm hilft es, das Bild auf 1500 Pixel oder von mir aus auch auf 2000 zu verkleinern. Dadurch vermindert sich das restliche Rauschen ordentlich.

    Wer seine Bilder ausdrucken möchte ist noch besser dran. Auf dem 10×15 sieht man später kein Rauschen mehr. Im Gegenteil, etwas Rauschen sorgt noch für subjektiv wahrgenommene Schärfe und Details.
    Auch größere Bilder in 18×24 sind kein Problem – ausgehend von aktuellen Kameras mit 12 und mehr MP.


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