Manuelle Nutzung der Auto-Tonwertkorrektur

25.02.2011 Gepostet in Allgemein, Lightroom, Presets

Hallo zusammen,

im heutigen Artikel befasse ich mich ein wenig mit der Auto-Tonwertkorrektur, ihrem Sinn und Unsinn. Dabei deaktivieren wir zuerst eine bei Anfängern häufig auftretende Stolperfalle und sehen uns dann an, wie man nur bestimmte Regler von der Auto-Tonwertkorrektur beeinflussbar machen kann.

Zuallererst müssen wir sicherstellen, dass in den Voreinstellungen Lightrooms nicht versehentlich der Punkt “Automatische Tonwertkorrektur anwenden” gesetzt ist. Dazu einfach STRG/CMD-U drücken oder über das Menü “Bearbeiten – Voreinstellungen” zum Reiter Vorgaben gehen und diese Option deaktivieren. Die Chancen sind aber wahrscheinlich hoch, dass kein Leser des Lightroom-Blogs dort ein Häckchen absichtlich gesetzt hat.

Der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch erwähnen, warum diese Option so tückisch ist. Es kann durchaus von einem Anwender beabsichtigt sein, dass beim Import der Bilder Lightroom eine automatische Korrektur durchführt. So weit so gut … das Problem tritt auf, wenn schon in externer Software korrigierte beziehungsweise finalisierte Bilder in Lightroom importiert werden – auch hier wird die Auto-Tonwertkorrektur ausgelöst, obwohl sie natürlich dem Bild schadet!

Kommen wir zum nächsten Punkt, den ich sehr zu schätzen gelernt habe. Bei der Bearbeitung eines Fotos im Entwickeln-Modul interessiert es mich öfters, wie Lightroom nur einzelne bestimmte Einstellungen automatisch gesetzt hätte – und das geht tatsächlich. Führt man mit gedrückter SHIFT-Taste einen Doppelklick auf die Textbezeichnung und nicht den Regler aus, wendet Lightroom eine Autokorrektur nur auf diese Einstellung an! Das funktioniert übrigens nicht in der Ad-hoc-Entwicklung in der Bibliothek.

Der letzte Tipp bezieht sich auf Vorgaben. Ich kenne einige Anwender, die nur bestimmte Einstellungen automatisch setzen lassen wollen, zum Beispiel den Schwarzwert (der ja standardmäßig auf 5 gesetzt ist). So etwas lässt sich mit einer Vorgabe realisieren, die allerdings manuell ein wenig angepasst werden muss. Bei einem beliebigen Bild erstellt man eine neue Vorgabe, wählt alle Häckchen ab und merkt sich den vergebenen Namen:

Als nächstes sucht man die Datei einfach, indem man in der Vorgaben-Palette einen Rechtsklick auf die eben erstellte Vorgabe tätigt und “Im Explorer/Finder anzeigen” wählt. Die Datei Schwarzwert.lrtemplate öffnet man in einem gewöhnlichen Texteditor. Die relevante Stelle habe ich gelb markiert:

Jetzt fügt man einfach in einer oder mehreren Zeilen die Einstellung(en) hinzu, die automatisch gesetzt werden sollen. Dabei hat man folgende Möglichkeiten:

AutoBrightness = true, –> automatische Helligkeit
AutoContrast = true, –> automatischer Kontrast
AutoExposure = true, –> automatische Belichtung
AutoShadows = true, –> automatischer Schwarzpunkt

In meinem Beispiel füge ich also nur die Zeile AutoShadows = true, hinzu:

Die Datei wird gespeichert und nach einem Neustart Lightrooms kann die Vorgabe bei Bedarf angewendet werden.

Fragen werden gerne beantwortet!

Viele Grüße,
Christian

3 Kommentare zu “Manuelle Nutzung der Auto-Tonwertkorrektur”

  1. Jens Grimme schreibt:

    Hi, erstmal vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag. Ich würde gerne ausschließlich die Werte für Belichtung, Wiederherstellung, Aufhelllicht und Schwarz automatisch korrigieren. Kannst du mir vielleicht sagen, was ich für Wiederherstellung und Aufhelllicht in der Datei eintragen muss?

    Vielen Dank und schönen Gruß, Jens


  2. Ute aus Hamburg schreibt:

    Super! Vielen Dank für die guten Tipps! Hast mir sehr geholfen!
    Gruß
    Ute


  3. xxx schreibt:

    Kann evtl. etwas näher darauf eingegangen werden inwiefern diese Einstellung Unsinn ist bzw. ab wann diese genutzt werden kann/sollte?
    Da dieser Beitrag von 2011 ist, wie sieht es nun mit LightRoom 5.2 aus? Evtl. ist diese Option ja um einiges weiterentwickelt worden.
    Mir persönlich gefällt Auto Tone bei den Thumbnails oft sehr gut je nach Bild aber als Anfänger frage ich mich ob ich es wirklich so speichern sollte oder dies das Bild in normaler Größe visuell “kaputt macht”.


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