Objektivkorrekturen als letzter Schritt

25.03.2011 Gepostet in Quick-Tips

Hallo zusammen,

seit Lightroom 3 werden die Anwender ja durch die neuen Objektivkorrekturen verwöhnt, mit denen sich automatisch Verzerrungen, chromatische Aberrationen und Vignettierung aus den Fotos herausrechnen lassen. Wer danach allerdings häufig mit dem Korrekturpinsel arbeitet, wird wahrscheinlich bald wegen der langsamen Reaktionsgeschwindigkeit Lightrooms frustriert sein.

Grundsätzlich sollten die Objektivkorrekturen recht bald am Beginn eines Bearbeitungszyklus stehen, weil sie das Bild beeinflussen und manche späteren Änderungen überflüssig machen können. Beispielsweise macht es einen großen Unterschied, ob man zuerst eine Belichtungskorrektur durchführt und dann die Vignettierung automatisch entfernen lässt oder umgekehrt. Das Problem ist aber, dass diese Objektivkorrekturen viel Rechenleistung verschlingen und an anderer Stelle dafür sorgen, dass Lightroom träge und langsam wird. Wer wie ich häufig den Korrekturpinsel im Einsatz hat, wird wahrscheinlich öfters einen massiven Abfall der Reaktionsgeschwindigkeit Lightrooms feststellen. Ich sag es euch, da sinkt die Lust weiterzuarbeiten gegen null!

Der “Trick” an der Sache ist der, einen Teil der Korrekturen erst am Ende der Bearbeitung anzuwenden. Nach der Aktivierung der Objektivkorrekturen sieht die Palette standardmäßig so aus, alle Regler stehen auf 100% Stärke:

Man kann natürlich durch das Ziehen eines oder mehrerer Regler die Stärke komplett auf null stellen und somit unterdrücken, dass Lightroom im Hintergrund bei jedem Bearbeitungsschritt viel berechnen muss. Seit ich meinen Workflow auf die folgende Variante umgestellt habe, kann ich wieder wesentlich flüssiger mit dem Korrekturpinsel arbeiten. Die Verzerrung ist für die globale Bearbeitung eines Bildes nicht relevant, ebenso wenig die chromatischen Aberrationen, die meistens sowieso nur in der 100%-Ansicht sichtbar sind. Die Vignettierung allerdings ist wie oben beschrieben sehr wichtig, deshalb wende ich nur diese an! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Fotos mit voller Stärke in den Ecken zu hell werden, wohingegen 50% einen harmonischen Eindruck hinterlassen.

Um den Workflow kurz konkret zu beschreiben: Nach dem Import eines Shootings schalte ich beim ersten Foto die Objektivkorrekturen ein und reduziere aber sofort die Verzerrung und chromatischen Aberrationen auf null, die Vignettierung setze ich auf 50%. Diese Einstellung synchronisiere ich auf alle Bilder. Es folgt die normale Bearbeitung des Shootings, wobei sich der Korrekturpinsel ohne gröbere Verzögerungen einsetzen lässt. Erst ganz zum Schluss setze ich wieder per Sychronisation die beiden Regler auf 100%.

Wenn ihr diesen Tipp ausprobiert habt lasst es mich wissen, ob ihr auch flüssiger arbeiten könnt!

Viele Grüße,
Christian

3 Kommentare zu “Objektivkorrekturen als letzter Schritt”

  1. Roland schreibt:

    Das wusste ich noch gar nicht. Danke für den Tipp!


  2. Sibb schreibt:

    Danke für den Tipp – sehr hilfreich.

    Das Ganze kann man jetzt noch weiter treiben, indem man diese Einstellung gleich als neues Preset speichert, mit dem man neue Fotos importiert. Dann entfällt das ständige Regler-Schieben :)


  3. nikonjunkie schreibt:

    DAS erklärt jetzt einiges. War grade in den letzten tagen seeehr gefrustet. Hab schon an ein Neuaufsetzen des Rechners gedacht, nach Tips gesucht Lightroom 3 zu entlasten, und und und…
    Vielen lieben Dank für den Tip

    NJ


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