“Weißabgleich” per Korrekturpinsel
Hallo zusammen,
das nachträgliche Setzen des Weißabgleichs bei einem Raw-Foto ist etwas, woran wir uns gewöhnt haben und glücklich sind. Noch schöner wäre es allerdings, wenn man in einem Bild mehr als einen Weißabgleich anwenden könnte. Das wäre beispielsweise bei Mischlichtsituationen oder kreativen Farbeffekten mehr als nützlich. Tja, das geht leider nicht – aber ich zeige euch, wie es trotzdem ansatzweise möglich ist.
Sehen wir uns mal das folgende Foto eines Treppenhauses an. Das Bild ist nett, aber ich würde gerne an den Farben etwas drehen und so mehr Spannung ins Motiv bringen.
Der Standpunkt im Erdgeschoss soll blau und düster wirken, als wäre hier das Licht ausgefallen. In den oberen Stockwerken soll es aber leuchten und somit einen gelborangen Schein erzeugen. In der Praxis heißt das, dass ich den Weißabgleich “Schatten” (warm) mit dem Weißabgleich “Wolframlampenlicht” (kalt) mischen müsste. Da das nicht möglich ist, muss man etwas tricksen. Zuerst stelle ich mal den kalten Weißabgleich für das Foto ein:
Als nächstes wähle ich den Korrekturpinsel mit großer, weicher Spitze. Danach nehme ich bei “Farbe” einen warmen Orangeton auf:
Anschließend male ich einfach über die Stellen, die wärmer gestaltet werden sollen. Erwische ich zuviel, kann ich mittels gehaltener ALT-Taste zum Radiergummi wechseln und sofort die fehlerhaften Stellen wieder zurückmalen. Das Endergebnis sieht dann wie folgt aus:
Das Ganze funktioniert übrigens mit dem Verlaufsfilter genauso. Lassen wir uns überraschen, ob man in Lightroom 4 solch ein Vorhaben leichter lösen kann.
Habt ihr noch fragen?
Viele Grüße,
Christian




21.07.2011 um 22:42
Hallo,
Guter Tipp. Danke.
Ich hätte noch einen anderen Vorschlag:
Man könnte (bevor man das Foto “kälter” macht) mit gedrückter Farb-Pipette,
vom Korrekturpinsel, einen warmen Ton aus dem Foto aufnehmen und dann
(nachdem man den Weißabgleich verändert hat) den aufgenommenen warmen
Ton ins Foto “malen”.
Hoffe es ist einigermaßen verständlich …
Eure Erklärungen sind natürlich besser. :-)
Viele Grüße,
Ralf