Ein Bild von A bis Z – Venedig

29.07.2011 Gepostet in Allgemein, Bild von A bis Z, Lightroom

Hallo zusammen,

heute gibt es zum zweiten Mal die Chance dabei zuzusehen, wie ein Bild von A – Z bearbeitet wird. Diesmal handelt es sich um ein Urlaubsfoto aus Venedig zur Zeit des Karnevals.

Sehen wir uns mal das Ausgangsbild und das Endergebnis an. Ich habe für diesen Artikel bewusst auf den Einsatz von Photoshop verzichtet, denn normalerweise würde ich dort noch den letzten Schliff durchführen.

Schritt 1:
Ich beginne mit dem Beschnitt des Bildes. Im Original stört mich die rechte Seite und ein kleiner Teil der linken. Deshalb wähle ich das “Überlagerung freistellen”-Werkzeug und aktiviere das Schloss-Symbol, um das 3:2-Format aus dem Original beizubehalten. Dann ziehe ich meinen gewünschten Bereich auf und bestätige.

Schritt 2:
Ich sehe mir im Bereich “Kamerakalibrierung” die Vorgaben “Standard”, “Landschaft”, “Porträt” und  “Neutral” durch und entscheide mich für “Porträt”, da mir hier die Darstellung der Blautöne sehr gut gefällt.

Schritt 3:
Erst jetzt ändere ich den Weißabgleich auf Schatten, der die vorherrschenden Bedingungen optimal trifft.

Schritt 4:
Ich nehme allgemeine Korrekturen vor, die das gesamte Bild betreffen. Dabei achte ich noch nicht auf den hellen Bereich im Hintergrund! Ich setze die Belichtung mit +0,35EV und das Aufhelllicht mit +4 nur eine Spur höher, dazu noch die Wiederherstellung, um Details in den Lichtern zurückzuholen. Der Kontrast wird mit +40 verstärkt und die Lebendigkeit um +30 erhöht, um die Farben zu verstärken.

Schritt 5:
Nun kümmere ich mich um den ausgebrannten Himmel. Mittels Verlaufsfilter ziehe ich von der oberen rechten Ecke Richtung Mitte, dann ändere ich die Einstellungen wie folgt: Belichtung -2,62, Helligkeit -22, Kontrast +67, Sättigung +64.

Schritt 6:
Der Verlaufsfilter hat auch den Kopfschmuck der Dame abgedunkelt, deshalb nehme ich jetzt den Korrekturpinsel und male mit umgekehrten Einstellungen das ursprüngliche Aussehen zurück: Belichtung +2,62, Helligkeit +22, Kontrast -73, Sättigung -78. Zwischendurch bessere ich Fehler mit gehaltener ALT-Taste aus, um temporär zum Radiergummi zu wechseln.

Schritt 7:
Mir ist die Umgebung etwas zu kühl, deshalb ziehe ich zwei Verlaufsfilter mit der Farbe Orange auf. Die Person bleibt davon unangetastet. Die negative Klarheit-Einstellung sorgt dafür, dass der Hintergrund etwas unschärfer wird.

Schritt 8:
Die Ecken werden mit einer Vignette abgedunkelt.

Schritt 9:
Um die Person hervorzuheben, male ich mit dem Korrekturpinsel den gelb markierten Bereich mit erhöhter Belichtung aus. Gleichzeitig erhöhe ich drastisch die Klarheit, um die Details besser zu betonen.

Schritt 10:
Im rechten Auge ist schön der Glanzpunkt durch den verwendeten Blitz zu erkennen, im linken Auge fehlt dieser leider bedingt durch die Maske, die das Auge etwas verdeckt. Ich nehme deshalb das Bereichsreparatur-Werkzeug mit der Einstellung “Kopierstempel” und kopiere den Glanzpunkt einfach in das andere Auge.

Schritt 11:
Ich habe noch nicht genug von der Detailbetonung, deshalb male ich mit dem Korrekturpinsel und um +100 erhöhte Klarheit noch einmal das Kostüm ab.

Schritt 12:
Eine s-förmige Gradationskurve gibt dem Bild den letzten Kick, fertig!

Ich hoffe dieses Making of war interessant und aufschlussreich für euch, Fragen nehme ich gerne entgegen! Ein weiteres Bild von A – Z kommt bald, dann geht es um eine Architekturaufnahme aus München.

Viele Grüße
Christian

3 Kommentare zu “Ein Bild von A bis Z – Venedig”

  1. Roland schreibt:

    Gefällt mir sehr gut. Einiges gelernt.
    Sehr interessante Kategorie.


  2. Hochzeitsfotograf Düsseldorf schreibt:

    Danke!

    Da habe ich mal wieder gemerkt, dass ich in LR nur an der Oberfläche kratze…


  3. Misterlightroom schreibt:

    Hallo,

    “Ein Bild von A bis Z” finde ich SUPER.
    Sehr informativ mit welchen Mitteln Du das Foto entwickelt hast.

    Bei Schritt 2 könnte man noch erwähnen, dass man die Auswahl nur sieht,
    wenn man mit “bestimmten” Kameras im RAW – Modus fotografiert.

    Bei Schritt 3 hat man die Auswahl “nur”, wenn man im RAW – Format fotografiert –
    was die meisten der Blog-Leser BESTIMMT machen. ;-)

    Schritt 5 würde ich mit dem Korrekturpinsel machen
    und mir dadurch Schritt 6 “sparen”.

    Schritt 10 finde ich SENSATIONELL – es sind doch oft diese “Feinheiten”,
    die einem Foto den letzten Schliff geben.

    Für mich war Dein “Making of” SEHR interessant und SEHR aufschlussreich.
    Vielen Dank. Freue mich schon SEHR auf das Nächste. :-)

    Viele Grüße,

    Ralf


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