Relative und absolute Bearbeitung
Hallo zusammen,
heute mal eine Auffrischung der Grundlagen, die vielleicht nicht jedem klar waren. Um Fotos in ihren grundlegenden Einstellungen wie etwa Belichtung, Kontrast oder Sättigung zu bearbeiten, bietet Lightroom zwei Panels an. Eines im Entwickeln-Modul und eines im Bibliothek-Modul. Die Unterschiede sind groß und sollten jedem Benutzer vor der Anwendung klar sein.
Sehen wir uns zuerst kurz das Grundeinstellungen-Panel im Entwickeln-Modul an.
Jede Einstellung, die hier vorgenommen wird, ist ABSOLUT. Das spielt bei einem einzelnen Foto keine Rolle, wird aber bei der gleichzeitigen Bearbeitung von mehreren Bildern oder der Nutzung von Vorgaben relevant. Es gibt nämlich zur Zeit noch keine Möglichkeit, Vorgaben oder allgemein beliebige Werte RELATIV auf Bilder anzuwenden.
Was bedeutet das?
Stellt euch vor ihr habt ein Bild bearbeitet und wollt anschließend eine Vorgabe anwenden. Die Vorgabe überschreibt euch in den gespeicherten Parametern die Werte, die ihr zuvor schon eingestellt habt! Habt ihr also beispielsweise die Belichtung manuell um 0,75 EV erhöht und wendet dann eine Vorgabe an, die eine Reduktion der Belichtung auf -0,50 EV gespeichert hat, dann wird dieser Wert auch auf euer Bild angewendet und nicht der zuvor eingestellte Wert relativ um -0,50 EV reduziert. Das kann natürlich sehr ärgerlich sein. Es bleibt zu hoffen, dass in Lightroom 4 die Möglichkeit angeboten wird, ob Einstellungen absolut oder relativ angewendet werden sollen.
Sehen wir uns nun im Vergleich das Ad-hoc-Entwicklungs-Panel in der Bibliothek an.
Jede Einstellung, die hier vorgenommen wird, ist RELATIV.
Was bedeutet das?
Stellt euch vor ihr habt mehrere bearbeitete Bilder und kommt dann drauf, dass alle eine Spur zu dunkel aussehen. Ihr könnt in der Rasteransicht (Taste G) alle diese Bilder markieren und per Klick auf einen der beiden Buttons die Belichtung RELATIV zu ihren bisherigen Belichtungswerten erhöhen. Das ist natürlich eine feine Sache, da die zuvor getätigten individuellen Einstellungen nicht überschrieben werden, sondern einfach ein Wert hinzuaddiert wird. Leider gibt es wie gesagt noch keine Vorgaben für relative Werte.
Ein weiterer Nachteil des Ad-hoc-Entwicklungs-Panels ist, dass Werte nicht manuell eingegeben werden können, sondern fix vorgegeben sind. Im folgenden findet ihr eine Auflistung, in welchen Abständen die Werte bei einem Klick auf den einfachen oder Doppelpfeil verändert werden.
Belichtung
| > 1/3 Blende | >> 1 Blende
Wiederherstellung
| > 5 | >> 20
Aufhelllicht
| > 5 | >> 15
Schwarz
| > 1 | >> 10
Helligkeit
| > 5 | >> 20
Kontrast
| > 5 | >> 20
Klarheit
| > 5 | >> 20
Dynamik
| > 5 | >> 20
Schärfen (Alt-Taste gedrückt halten)
| > 5 | >> 20
Sättigung (Alt-Taste gedrückt halten)
| > 5 | >> 20
Habt ihr noch Fragen?
Viele Grüße
Christian


30.09.2011 um 08:32
Das war mir so noch nicht bekannt, hat aber auch keine große Rolle gespielt, weil ich die meiste Zeit in der Entwickeln-Umgebung arbeite. Trotzdem vielen Dank für die Info.
30.09.2011 um 13:44
[...] Hier der Link zum Artikel: Relative und absolute Bearbeitung [...]
30.09.2011 um 13:47
Hallo Christian, guter Artikel, das wissen nämlich viele Lr-User nicht. Habe mir erlaubt, deinen Artikel zu rebloggen mit Link auf euren Blog. Wertvollen Artikeln gebührt Verbreitung im Netz. :-) Grüsse, Didi
Link: http://bildwerkstatt.wordpress.com/2011/09/30/relative-bearbeitung-von-bildern-in-lightroom-3/
23.10.2011 um 18:09
Hallo.
Sehr verständlich beschrieben. Vielen Dank.
Nützlich ist diese Funktion z.B. wenn man seine (bearbeiteten) Fotos entwickeln lassen möchte und weiß, das die Entwicklungs-Firma die Fotos eher etwas dunkler entwickeln. Dann kann man, vor dem Abschicken, einfach alle Fotos “etwas” heller machen.
Auch wenn ich diese Funktion nicht oft nutze, bin ich froh das es sie gibt. ;-)
Viele Grüße,
Ralf
28.10.2011 um 10:55
Hallo,
sehr guter Hinweis. Die absoluten Einstellungen haben mich auch schon geärgert, vor allem beim Weißabgleich ist das unglaublich störend.
Grüße, fitzimonsi