Quick-Tip: Speicherhunger von Lightroom stillen

10.11.2011 Gepostet in Lightroom, Quick-Tips

Hallo zusammen!

Im heutigen Blogbeitrag möchte ich Euch mal mit einer “negativen Eigenschaft” von Lightroom konfrontieren: dem benötigten  Speicherplatz auf der Festplatte. Lightroom kann da bei unglücklich gewählten Einstellungen durchaus mal etliche Gigabyte belegen, auch wenn das nicht unbedingt von Nöten wäre. Ein/zwei mögliche Ursachen und was man dagegen tun kann werden hier beantwortet.

Als erstes möchte bei diesem Thema die Backups ansprechen. Lightroom legt ja bei entsprechener Konfiguration regelmäßig Backups von Katalogen an. Das ist auch gut so und das soll man natürlich auch tun. Was viele allerdings nicht wissen ist, das Lightroom zwar fleissig Backups schreibt und schreibt und schreibt, sich aber um gespeicherte Backups nicht mehr kümmert. Jetzt muss man von seinem Katalog natürlich keine 50 Backups der letzten Monate aufbewahren – ich mach es z.B. so, das ich nur die letzten 3 Backups aufbewahre, und ältere Backups lösche. Wie macht man das? Wo muss man da hin? Wir gehen zuerst in die Katalogeinstellungen …

Dort sehen wir den Speicherort unseres Kataloges. Mit einem Klick auf ‘Anzeigen’ wechseln wir (hier am Beispiel MAC) in den Finder in entsprechendes Verzeichnis …

Dort im Ordner Backups liegen die oben genannten Backups nach Datum sortiert – in meinem Fall wie bereits erwähnt die letzten drei. Hat man hier nun etliche Backups liegen, dann sollte man sich ernsthaft Gedanken machen ob das von Nöten ist, oder ob man nicht ruhigen Gewissens ältere Backups löscht. So ein Backup ist in meinem Fall knapp über 700MB gross – wenn ich davon 30 aufbewahren würde, wären ruckzuck 21GB an Plattenplatz alleine durch Backups belegt. Hat man etliche Terrabyte zur Verfügung, mag das keine grosse Rolle spielen, ich habe allerdings eine SSD Platte und die hat “gerade mal 240GB”. Da heisst es Haushalten.

Wie man seine Backups mit Hilfe eines Plugins übrigens automatisch löschen lassen kann, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Im zweiten Teil dieses Quick-Tips möchte ich auf die Datei ‘Gesamt Previews.lrdata’ hinweisen. In dieser Datei sind die gerenderten Vorschaubilder. Auch diese können schnell mal etliche Gigabyte an Plattenplatz verbrauchen. Beeinflussen kann man die Größe dieser Datei durch Handhabung und Einstellungen. Als erstes wäre hier der Import zu nennen, denn hier bestimme ich wie meine Vorschauen gerendert werden …

Hier hat man die Auswahl aus ‘Minimal’, ‘Eingebettete und Filialdateien’, ‘Standard’ und ’1:1′. Hier müssen wir einen Zwischenweg zwischen “Qualität” und “Quantität” finden. Je höher ich die Qualität meiner Vorschauen einstelle, desto größer werden natürlich auch die Bilder in meiner ‘Gesamt Preview.lrdata’ Datei. Ich wähle hier Standard, weil das für mich der optimale Mittelweg zwischen “Dateigröße” gegenüber “Bilder Vorschau-Qualität” darstellt. Hier geht es allerdings noch einen Schritt weiter. Hat man mal die Qualität gewählt, so kann man zusätzlich noch weitere Einstellungen vornehmen, auch wieder in den ‘Katalogeinstellungen’ diesmal allerdings im Reiter ‘Dateihandhabung’ …

Als erstes können wir hier die Bildgröße der Standard-Vorschauen bestimmen. Mein Monitor hat eine Auflösung von 1920×1200 Pixel, sind in der Bibliothek zum Beispiel die Bedienpanel rechts und links eingeblendet, so bleiben dem Foto bei mir gerade mal noch knapp 1300 Pixel lange Kante – sprich meine Standard-Vorschau muss nicht größer als 1440 Pixel sein. Als nächstes folgt die Vorschauqualität, hier habe ich ‘Mittel’ aktiviert. Diese reicht mir für die tägliche Arbeit vollkommen. Zu guter letzt kann man dann noch bestimmen wann gerenderte 1:1 Vorschauen verworfen werden dürfen. 1:1 Vorschauen werden wenn nicht beim Import ausgewählt, immer dann gerendert wenn man sich ein Bild in der 1:1 Ansicht betrachtet. Sei es um Schärfe zu bestimmen, oder beim Entrauschen die Bildqualität besser beurteilen zu können, usw. Hier habe ich einen Wert von 30 Tagen gewählt. Trotz meiner “humanen Einstellungen” hat meine “Bilder Preview” nicht selten 20GB und mehr …

Hat man hier die größte Größe, eine hohe Vorschauqualität eingestellt, wirkt sich das natürlich entsprechend auf die ‘Preview’ Dateigröße aus. Hat man zusätzlich vielleicht noch eingestellt, das die Vorschau nie gelöscht wird, dann kommen hier ganz schnell etliche Gigabyte zusammen.

Fragen? Fragen!

Gruss, Micha …

9 Kommentare zu “Quick-Tip: Speicherhunger von Lightroom stillen”

  1. Falk schreibt:

    Sehr hilfreich.Vielen Dank.Werde das heute gleich mal durchsehen.Bin gespannt wieviel bei mir raus kommt.


  2. Matthias Höing schreibt:

    Hallo Hallo!
    Also kann man die Previews in den dateiordnern bedenkenloß löschen um wieder platz zubekommen?

    Greetz maddes


  3. Michael Müller schreibt:

    Hallo maddes,

    die Backup-Ordner kann man bedenkenlos löschen … zumindest die Älteren. Die Previews Datei sollte man nicht löschen – das wär nicht so gesund. Aber man kann die Einstellungen anpassen, das die Previews Datei nicht mehr all zu groß wird …

    Gruss, Micha …


  4. D. Kriesel schreibt:

    Hi,

    also, hier mal eine Gegenmeinung, die sich u.U. sogar als Ergänzung zu deinem Beitrag lohnt. Ich stelle hier die These auf, dass DSLR-Ausrüstungen relativ teuer sind. Ein gängiges Nutzungsszenario ist also, dass der Anwender sich also zusätzlich noch eine 2TB-Platte für, sagen wir, 70 euro leisten kann, ohne dass es gross auffällt. Weiter haben viele Leute die in der Bildbearbeitung etwas machen Dualscreens (eine größere Version des bearbeiteten Bildes wird dann im zweiten Bildschirm dargestellt).

    Leute, auf die nur ein Teil dieses Nutzungsszenarios zutrifft, sollten leider von deinen Optimierungen absehen, sondern eher das Gegenteil anwenden, sonst wird Lightroom nämlich gefühlt KRIECHEND LANGSAM (ihr kennt diese paar Sekunden Pause, die einfach überall vorkommen, fast bei jedem Klick…)

    Lightroom auf einer kleinen SSD als einzigem Medium ist meines Erachtens kein Nutzungsszenario, dass man auch in der Praxis bei sinnvoller Bearbeitung antrifft.

    Im Einzelnen, mal durch deinen Beitrag gehend:
    – Backups löschen ist okay (Sollte man sowieso systemglobal in mehreren Generationen haben)
    – 1:1 Vorschauen sofort beim Import rendern. Quali auf Mittel ist völlig okay.
    – 1:1 Vorschauen NIEMALS verwerfen. Dann unterbleiben die Gedenksekunden beim reinzoomen auf etwas ältere Bilder, dafür braucht man die Vorschauen nämlich. Vergesst nicht, mal alle Vorschauen eures Katalogs durchzurendern, wenn ihr das eingestellt habt.
    – Standardvorschauen sollten so groß sein, dass sie deinen größten Monitor “einschließen”, sonst gibt es Gedenksekunden bei jeder größeren Betrachtung. Außerdem ist der Speicherverbrauch im Vergleich zu den 1:1-Vorschauen Sowieso vernachlässigbar. Quali auf Mittel ist wieder okay.

    Alle anderen Settings bei den Vorschauen beeinträchtigen die tägliche Arbeit mit Lightroom erheblich – und mal im Ernst, ein DSLRFotograph sollte angesichts der Speicherpreise heute nicht mehr an den Vorschauen sparen, oder? :-) Vielleicht schreibe ich als Gegenansicht zu deinem Artikel mal einen “Langsamkeit von Lightroom bremsen” auf meine Seite oder so :-)

    Bei meiner Fotosammlung macht der Katalog selbst übrigens 22% des gesamten Bilderspeichers aus, 2048er Standardvorschaugröße. Man kauft sich also für ein Fünftel mehr Datenaufwand _bei weitem_ mehr Tempo.

    Hope that helps. Fragen? Fragen. ;)
    David


  5. Michael Müller schreibt:

    Hallo David,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar!

    Ich möchte bei meinem Beitrag nicht von einer generellen Optimierung von Lightroom sprechen. Ich sag ja auch nie, das man meine Einstellungen übernehmen _muss_ – bloss nicht!!! Ich handhabe es lediglich so, das ich meine Vorgehensweise für _mein_ System beschreibe und damit den Leser anregen möchte über sein eigenes System mal nachzudenken und es auf seine Beduerfnisse anzupassen.

    Habe ich entsprechend Plattenplatz im eigenen Rechner, Arbeite auf einem zweiten Monitor in Vollansicht, springe ich jeden Tag durch meine 50000 Bilder im Katalog, dann machen Deine Vorschläge allesamt Sinn. Ich habe hier von meinem System – 256GB SSD Platte lokal mit den Bildern die ich gerade und unmittelbar bearbeite, einem Monitor – gesprochen. Habe ich doch auch so erwähnt im Beitrag? Ältere bearbeitete Aufnahmen landen a) auf einer externen USB Platte (sollte man nie tun, wenn man da öfter ran mag an diese Bilder) und b) schau ich mir die fast nie wieder an, und wenn ich dann doch mal was brauche, ok – dann warte ich eben 2 Sekunden bis das Bild was ich da anschaue gerendert ist. Sind abgeschlossene Aufträge extern gesichert und gespiegelt – fertig.

    Alles eine Frage des Geschmacks und der Arbeitsweise. Alles kann – nichts muss!

    Fragen? Fragen!

    Gruss, Micha …


  6. D. Kriesel schreibt:

    Hey, das war mir schon klar, dass du nur deine Sicht vertrittst, für deinen speziellen Usercase :) mein Zusatzbeitrag war auch nicht als Angriff gemeint sondern im Gegenteil als sinnvolle Ergänzung :) nicht dass hier ein Neuling deine Settings einfach mal anwendet und sich dann (aus seiner Sicht zurecht) denkt “ey, mein Lightroom ist so lahm” ;)


  7. misterlightroom schreibt:

    Hallo.

    Lightroom hat eine “negative” Eigenschaft? Soweit würde ich nicht gehen. ;-)

    Es ist natürlich ein ganz wichtiger Hinweis, um Festplattenplatz zu sparen.Vielen Dank. Mein Katalog ist zur Zeit 480MB groß. Lightroom habe ich so eingestellt, dass es einmal pro Woche, auf eine externes Raid-System, gesichert wird. Mein Kalender erinnert mich dann alle drei Monate daran alte Sicherungen (bis auf die letzten DREI) zu löschen.

    Viele Grüße,

    Ralf


  8. G_Albrecht schreibt:

    @Ralf: Lightroom hat meines Erachtens schon einige “negativen Eigenschaften”. Vor kurzem bin ich von “Microsoft Expression Media” zu LR4 gekommen. Die beiden Programme sind natürlich nicht 1:1 vergleichbar, da Expression eine reine Bilddatenbank ist. Allerdings hinkt die Performance von LR da sehr hinterher. Auch der Speicherhunger ist keinesfalls vergleichbar. Lag bei Expression mein gesamtes Datenbankvolumen noch bei moderaten 550MB, so schafft es LR bei gleichem Bildbestand auf lustige 6GB. Trotz alledem bereue ich den Umstieg nur wenig, da es doch mehr Vorteile als Nachteile bei LR gibt. Ausserdem wird Adobe bestimmt an dem Performance-Problem arbeiten.


  9. RAISINGSHARES.COM INVESTMENT schreibt:

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